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Neue Erkenntnisse

Tja, mit den 15 Kilo weniger zu meinem Geburtstag hatte es leider nicht geklappt – aber es war nicht schlimm. Ich kann das mittlerweile ganz gelassen sehen. Ich weiß ja, dass es länger dauern wird, dass es Stillstände gibt und ich Geduld haben muss.

Daher konnte ich meinen Geburtstag ganz locker angehen und ich hatte bis auf einige Stresssituationen einen schönen Tag. Als ich Abends mit meiner Schwester noch mal eine Runde mit dem Hund raus bin, war das für mich fast das schönste Erlebnis an diesem Tag. Wir gingen meine Walkingstrecke, und es war ja schon dunkel. Erst dachte ich, wir hätten Mühe was zu sehen, aber dann lief es sich prächtig. Es war eine sterneklare Nacht, und auf der Höhe hatten wir einen schönen Blick auf die Stadt. Vor uns breitete sich ein Lichtermeer aus und ich genoss diesen Augenblick, einfach nur da zu stehen und die Lichter zu betrachten. Ich empfand dies als zusätzliches Geburtstagsgeschenk, denn wann gehe ich schon mal im dunkeln diese Strecke Walken? Es war einfach nur schön – und ich merkte, dass man sich solche Augenblicke merken, sie genießen und in sich aufnehmen muss, dass sie es sind, die für Glücksmomente sorgen können.

Während der darauffolgenden Tage war ich immer mit irgendetwas beschäftigt und hatte daher wenig Zeit. Aber auf meine Walkingrunden habe ich dennoch nicht verzichtet. Drei bis viermal die Woche möchte ich schon beibehalten – es tut mir gut, macht mich beweglicher und ausgeglichener. Ich wäre dumm, darauf verzichten zu wollen.

Ich habe aber gemerkt, dass, wenn ich viel um die Ohren habe, das Nachdenken beim Walken schwer fällt. Es ist eher so, dass die Gedanken so durcheinander wirbeln und so nichts konkretes bei rauskommt. Ich habe Tage gebraucht, um die Frage, warum ich wohl so gerne freiberuflich arbeite, irgendwie in Worte zu fassen, aber bei jedem Gang bin ich der Antwort ein Stückchen näher gekommen.

Ich war schon immer ein selbständiger Typ – jedenfalls was lernen und arbeiten angeht. Schon in der Schule konnte ich am besten arbeiten, wenn ich es für mich alleine tun konnte. Da mir zuhause niemand helfen konnte, habe ich mir mein Wissen selbst beibringen müssen und es aber auch gern getan. Ich habe gern gelernt und es nicht als Arbeit empfunden.

Als ich meine Ausbildung zur Bauzeichnerin begann, hatte ich zum ersten Mal einen Chef. Ich weiß noch, dass es mir schwer fiel, immer gehorsamst alles zu tun, was mir aufgetragen wurde. Klar habe ich es gemacht, aber nicht immer gern. Daher war mir recht schnell klar, dass ich auf gar keinen Fall „nur“ Zeichnerin bleiben wollte. Nein, ich wollte selber entwerfen, wollte Verantwortung, wollte den „besseren“ Job – wollte Architektin sein. Während ich nach dem Abi nie daran gedacht hatte, zu studieren, war der Wunsch danach sofort da und so fing ich damit an, nachdem die Ausbildung abgeschlossen war.

Auch während des Studiums war ich eher ein Arbeitstier, und das süße Studentenleben, dass einige eben doch führten, war nichts für mich. Ich wollte weiter kommen, fertig werden, nicht rumgammeln und mir ein schönes Leben machen. Vielleicht hätte ich tatsächlich ein wenig mehr genießen sollen, aber das war ich nun mal nicht – ich wollte mein Ziel erreichen und zwar auf möglichst kurzem Wege.

So, und da war ich dann – hatte das Diplom in der Tasche und bereit, das Abenteuer Beruf einzugehen. Es war überhaupt keine Frage, als mich der Architekt, den ich kennen gelernt hatte, fragte, ob ich angestellt oder Partner werden wollte. Irene wollte Partner werden – Irene wollte Verantwortung, wollte Anspruch, brauchte keine Sicherheit der Anstellung.

Das war vor genau 16 Jahren – und heute frage ich mich, was ich jetzt will.

Und auch wenn ich vor Wochen in diesem Blog schrieb, dass ich mir Sicherheit wünsche und endlich eine Anstellung mit Sozialleistungen und allem drum und dran, dann weiß ich heute, dass der Wunsch, weiterhin freiberuflich zu arbeiten, weiterhin ein gewisses Maß an Unabhängigkeit zu haben und mein eigener Chef zu sein, viel größer ist. Das einzige, was ich in dieser Situation nicht gerne tue, ist ganz allein zu arbeiten – ohne Rückmeldungen zu bekommen, ohne sich absprechen zu können, ohne einen Rückhalt zu haben. Daran bin ich in den Jahren ohne Partnerschaft gescheitert – daran, etwas komplett alleine durchziehen zu müssen, ohne den Rückhalt durch einen Partner zu haben.

Meinen momentanen Job im Büro halte ich nur deshalb aus, weil ich das Gefühl habe, ihn von mir aus jederzeit beenden zu können. Ich habe all die Jahre in Kauf genommen, keinen Urlaub zu bekommen, bei Krankheit auf Lohnfortzahlung zu verzichten und das alleinige Risiko zu tragen, nur um mir mein eigenes Maß an Freiheit zu bewahren.

Ich musste gestern erfahren, dass mein Chef natürlich die gleiche Freiheit hat und mir nach einer Auseinandersetzung damit drohte, unser Beschäftigungsverhältnis aufzulösen. Ich war wütend, aber nicht am Boden zerstört. Ich habe mir geschworen, mich davon nicht fertig machen zu lassen. Sollte es also dazu kommen, werde ich einen anderen Job finden – noch vor einem Jahr wäre ich wahrscheinlich in tiefste Depressionen verfallen, so aber hat mir eine Walkingrunde im doppelten Tempo sehr dabei geholfen, einen klaren Kopf zu bewahren und mich davon nicht unterkriegen zu lassen.

Meine Erkenntnisse daraus sind eigentlich klar: für eine Anstellung bin ich wohl einfach zu lange selbstständig gewesen. Ich brauche ein gewisses Maß an Freiheit und Eigenverantwortung, aber dennoch Partner, mit denen ich zusammen arbeite. Partner, für die ich gleichwertig bin – keine Chefs, für die ich das letzte bin. Mit dieser Erkenntnis weiß ich jetzt zumindest, in welcher Richtung ich weiter suchen werde, denn mir ist klar geworden, dass ich mich mit diesem Bürojob schon viel zu lange arrangiert hatte.

Meine Therapeutin hat mich in einer der letzten Stunden gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in diesem Büro bis zu meiner Rente zu arbeiten. Ich habe geschluckt, mir vorgestellt, wie viele Jahre es bis dahin noch sind und eigentlich da schon gewusst, dass ich das unmöglich will. Ich denke und hoffe, dass ich jetzt endlich in der Lage bin, auch tatsächlich an dieser Veränderung zu arbeiten. Aber ich bin zuversichtlich – es hat auch lange gedauert, bis ich mein Körpergewicht in Angriff genommen habe, da sollte es mir nun mit 15 Kilo weniger leichter fallen, jetzt auch beruflich die Kurve zu kriegen.

Liebe Grüße
Irene
12.10.06 20:03


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du bist wasser, ruhig und wild, tiefgruendig und leidenschaftlich. wie man schon an dem ruhig und wild sieht, hast du viele facetten.
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14.10.06 19:23





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