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Elternsprechtag

Gestern hatten wir Elternsprechtag bei unserem Jüngsten.
Er ist unser Sorgenkind, was Schule anbelangt. Ich habe bei ihm das Gefühl, dass er nie richtig Spaß an Schule hatte, schon von klein auf. Ich weiß nicht woran das liegt oder ob es nur mein Empfinden ist, aber ich wäre an seinen ganzen Misserfolgen schon längst zerbrochen.

Wenn ich seine Zeugnisse über die Jahre verfolge, dann hätte mich bei einigen davon schon längst der Mut verlassen, und bei diesem jetzt hätte ich mich von der Brücke gestürzt.....

Wie schafft es ein Kind, solche Misserfolge zu verarbeiten – wie fühlt es sich, immer unter den Schlechten zu sein, wenige bis gar keine Erfolgserlebnisse zu haben? Ich war geschockt gestern, als ich diese Misere in der ganzen Tragweite begriffen hatte.

Dabei wird uns allseitig bescheinigt, dass unser Sohn nicht dumm sein. Alle Lehrer sind der Überzeugung, er sei nur fürchterlich faul. Aber ich frage mich, kann es wirklich sein, dass jemand, obwohl ihm das doch nur Misserfolge und schlechte Noten einbringt, aus freien Stücken so faul sein?
Sehnt er sich nicht auch innerlich nach Erfolgserlebnissen, nach Anerkennung – und die gibt’s in der Schule nun mal nur durch gute Noten.

Ich habe der Lehrerin gesagt, dass ich Angst um mein Kind habe, wenn wir es nicht schaffen, ihn aus diesem Teufelskreis wieder herauszuholen. Seit seiner Abstufungen in die Hauptschulkurse ist genau das Gegenteil passiert, was wir erhofft hatten. Statt motiviert zu sein, wieder in den Realschulzweig zu kommen, hat er sich vollkommen hängen lassen und hat nun keinen Schimmer, wie er aus diesen Kursen und schlechten Noten wieder rauskommen soll.

Wir haben daher den Antrag gestellt, dass er das Schuljahr wiederholen soll. Nur so hat er die Chance, überhaupt einen Neuanfang zu starten. Aber das System Gesamtschule sieht so etwas nicht vor. Lieber wird abgestuft und Ruhe ist. Nun müssen wir die Konferenz abwarten, wo entschieden wird, ob in unserem Fall die Wiederholung genehmigt wird. Wir können nur hoffen, dass unsere Entscheidung richtig war und wir die Zustimmung bekommen. Sonst sind wir mit unserem Latein am Ende...

In solchen Situationen leide ich unheimlich. Ich bin einerseits frustriert, dass ich solche Schwierigkeiten mit meinem Kind habe und fange dann aber sofort an, die Fehler auch bei mir zu suchen. Habe ich etwas übersehen, habe ich etwas falsch gemacht? Waren meine eigenen Probleme so groß, dass ich die meines Kindes nicht gesehen habe?

Und dann kommen meine eigenen Probleme wieder zutage. Bin auch ich nicht in der gleichen Situation? Beruflich bin ich bildlich gesehen abgestiegen vom A- auf C-Kurs-Niveau. Ich habe studiert, bin freiberufliche Architektin – habe also schulisch gesehen doch alles richtig gemacht, und bin dennoch in einem schlecht bezahlten Bürojob gelandet. Geschlagen mit einem Chef, der so was von dumm und selbstverliebt ist, dass es oft weh tut, für so jemanden zu arbeiten. Dieser Mann ist unkonzentriert, ein absoluter Chaot und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, dass es mir oft den Magen rumdreht. Seine Mitarbeiter zählen nur so lange, wie sie seinen eigenen Interessen dienen, und wenn jemand krank ist, ist er ein Simulant. Dieser Mann existiert tatsächlich nur, weil er genug Leute findet, die für ihn arbeiten. Und jeder davon ist ihm intellektuell vollkommen überlegen, aber lässt sich zum unterbezahlten Deppen machen.

Was ist das für ein Phänomen? Ist es wirklich nur die finanzielle Not, die einen treibt? Oder verfällt man ähnlich wie mein Jüngster in so eine „null bock Stimmung“ so nach dem Motto, es hat ja eh alles keinen Sinn, weil die Erfolgerlebnisse ausbleiben und man einen Sache nur noch aushält.

Im Grunde genommen befinde ich mich also im gleichen Teufelskreis wie mein Sohn. Und ich kann noch nicht mal sagen, dass es sich einfach lohnt, in der Schule alles zu geben, damit am Ende mal ein einigermaßen sorgenfreies Berufsleben dabei rausspringt. Ich muss für ihn eine gescheiterte Existenz sein – so komme ich mir jedenfalls vor, und mein Ältester lässt mich das auch immer mal wissen.
Der führt mir oft schonungslos und teilweise verletzend vor Augen, mit was ich mich zufrieden gebe. Die Pfeile, die er abschießt, tun sehr weh – aber ich muss zugeben, dass er, so hart seine Worte bei mir ankommen, nicht ganz unrecht hat.

Was tue ich dafür, aus diesem Dilemma rauszukommen? Ich habe keine Ahnung, ich bin momentan vollkommen ratlos. Und so mache ich es ähnlich wie mein Jüngster – ich beschäftige mich mit anderen Dingen, um keine Entscheidung treffen zu müssen. Während er an seinem Fahrrad rumschraubt oder am PC selbstgedrehte Videos zusammenbastelt, lerne ich neue Programme zum Gestalten von Websites. Und da ich schon immer gerne gelernt habe, hole ich mir dort meine Erfolgserlebnisse. Aber ist das eine Möglichkeit, beruflich wirklich etwas zu verändern?

Ich fühle mich gerade mal wieder so richtig beschissen. Vielleicht klingt das für viele wie Selbstmitleid, aber das Gespräch in der Schule, mein bescheuertes Gespräch mit meinem Chef heute und meine allgemeine Situation haben mich gerade wieder in so ein Depriloch fallen lassen. Dabei wollte ich den Dingern doch ausweichen, aber dieses hier hat mich doch erwischt.

Die Erfahrung zeigt aber auch, dass ich es schaffen kann, da auch wieder raus zu kommen, und daher bin ich zuversichtlich, dass mein nächstes posting wieder positiver klingen wird.

Dazu fällt mir ein Gedicht ein von meiner Lieblingsautorin:

Zuversicht

Manchmal
fühle ich mich wie ein Baum,
von dem fast alle Blätter
gefallen sind.

Aber jetzt macht es mir
Keine Angst mehr,

weiß ich doch
um meine Kraft,
neue Blätter zu treiben.

Kristiane Allert-Wybranietz
14.6.07 22:39


Aus meinem Meditationsbuch

Heute will ich all der kleinen Glücksmomente bewusst
gewahr werden, die der Tag mit sich bringt

Ich finde, gerade nach dem letzten posting passt das total.

Also Irene, auch wenn’s schwer fällt – auf in den Tag!!!

Vielleicht kann ich ja heute Abend schon ganz anders hier schreiben...
15.6.07 06:16


Bewerbung

Heute habe ich meine erste Bewerbung verschickt.
Es ist eine kleine Anzeige in unserer Tageszeitung gewesen und auch nichts hochtrabendes.
Aber es war für mich ein Test, einfach zu schauen, was wohl passiert, wenn ich darauf antworte.
Es war eine Chiffre Anzeige, also konnte ich nicht wissen, wer es ist. Es stand lediglich darin, dass ein Immobilienbüro eine Aushilfskraft mit PC-Kenntnissen sucht.

Ich habe meine Bewerbung ganz anders verfasst als das, was ich üblicherweise schreiben würde.
Ich habe sie bewusst ganz kurz gehalten und mich selbst nur mit wenigen Worten beschrieben.
Mein Gedanke dabei war, dass man mich kennen lernen muss, um zu erfahren, ob ich die richtige bin, und ich setze einfach darauf, dass mein Text ankommt. Wenn nicht, werde ich nicht traurig sein, denn ich befinde mich in der Testphase und will einfach ausprobieren, welches die richtige Taktik ist.

Weiterhin habe ich auf eine Anzeige hin dort angerufen, da man den Kontakt telefonisch herstellen sollte. Eine recht junge männliche Stimme hat mir einige Fragen gestellt und im nachhinein betrachtet habe ich wohl ziemlich unsicher geantwortet. Aber auch das ist o.k. – ich übe im Moment und hoffe, mit jedem Gespräch oder Brief sicherer zu werden. Irgendwie bin ich einfach froh, endlich mal einen Anfang zu machen. Und ich habe keine große Erwartungshaltung – ich glaube, damit mache ich mir sonst unnötig das Leben schwer. Aber ich bin endlich aktiv – wenn auch zögerlich, aber ich habe einen Anfang gemacht.

Jetzt fehlt mir nur noch, eigene Initiativbewerbungen zu schreiben. Angeblich soll ja das Baugewerbe wieder im Wachsen sein – da müsste doch auch für mich einiges drin sein. Nur mit so etwas tue ich mich schwer. Bin am überlegen, welche Leistungen ich anbieten soll und wie ich mich am besten „verpacke“. Ich habe auch schon eine eigene Webseite erstellt. Ich habe sie „KREATIVBÜRO“ genannt, um nicht nur die Architektur und Visualisierung anzubieten, sondern auch Webseiten- und Layoutgestaltung und Präsentationen. Aber sie wird einfach nicht fertig, weil ich mal wieder am überlegen bin, welche Arbeitsproben ich auf meiner Seite präsentieren soll. Da hänge ich dann wieder – aber ich hoffe, das bekomme ich auch noch in den Griff...
28.6.07 18:21





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