libra


Der Weg ist das Ziel libra

  Startseite
    Gewichtiges
    Nachdenkliches
    nur so
  Über...
  Archiv
  Bilder
  Meine Layouts
  Gewichtsverlauf
  WW-Programm
  Meine Freunde
  Gästebuch
  Kontakt
 


 
Links
   Blends by me
   Buchticket
   Crazyworld
   Silvies place

libra


https://myblog.de/libra

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Gemeinschaft

Gestern war der Vorstellungsgottesdienst meines „kleinen“ Dreibeins und ich bin immer noch ein wenig gerührt von der Thematik, die die Jugendlichen ausgearbeitet haben. Es ging um Gemeinschaft, wie wir sie erleben, welche Probleme dabei auftauchen und was Kirche und Gott damit verbindet.

Ich war überrascht, welchen Aufwand die Jungs und Mädels betrieben haben, um diese Thematik zu bearbeiten und es war schön zu sehen, wie viel Mühe sie sich damit gegeben habe und wie ehrlich und emotional dieser Gottesdienst bei mir ankam.

Klar war ich etwas voreingenommen – schließlich hatte mein Kind dabei mitgearbeitet, aber trotzdem würde ich mir Gottesdienste mehr so wie diesen wünschen. Kirche bewegt sich sehr langsam, und ehe dort mal abgerückt wird von festen Strukturen, dauert es immer sehr lange. Ich gebe zu, dass ich die Kirche nur noch zu besonderen Anlässen aufsuche und schäme mich sogar ein wenig dafür, denn schließlich lasse ich meine Kinder taufen und konfirmieren, aber tue selbst nicht viel, um ein aktives Kirchenmitglied zu sein. Trotzdem halte ich mich für einen gläubigen Menschen und begründe mein Verhalten immer damit, dass das, was Kirche zu bieten hat, einfach nicht mein Interesse findet.

Nun, gestern war das anders. Xavier Naidoo in der Kirche zu hören, sein Video auf der Leinwand dazu zu sehen und danach die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Texte zu hören war schon etwas besonderes. Und ich habe mich in vielen wiedererkannt. Das war nicht nur ein Gottesdienst für junge Leute – das war ein Thema für alle, und selbst die anderen Liedtexte blieben immer in der selben Thematik. Manchmal hätte ich fast weinen können.

Dieser Gottesdienst hat mir auch gezeigt, dass das Leben unserer Kinder ebenfalls nicht problemlos verläuft. Sie haben auch schon ihre Sorgen und Nöte – anderer Natur als unsere, aber in ihrer Situation genauso schwerwiegend. Und oft wissen sie nicht, wie sie damit klar kommen sollen und sind auf Freunde und Familie angewiesen. Sie brauchen Gemeinschaft, nur dann werden sie in Problemsituationen getragen.

Ich bin froh, dass mich dieser Abend darauf aufmerksam gemacht hat, denn ich habe in den letzten Monaten nur meine eigene Problematik gesehen und vor einem Jahr keine Kraft dafür gehabt, auf die Sorgen und Nöte anderer einzugehen. Heute bin ich froh, dass ich einen Teil meiner Stärke wieder habe und mich somit auch wieder einbringen kann. Und ich bin froh, dass ich in meiner schweren Zeit von anderen getragen worden bin – davon kann ich jetzt wieder etwas zurückgeben.

Geben und nehmen – das ist Gemeinschaft!

Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn,

voneinander lernen, miteinander umzugehn.

Aufstehn, aufeinander zugehn

und uns nicht entfernen,

wenn wir etwas nicht verstehen

oder

Schritte wagen im Vertraun auf einen guten Weg,

Schritte wagen im Vertraun, dass er mich letztlich trägt,

Schritte wagen, weil im Aufbruch ich nur sehen kann:

Für mein Leben gibt es einen Plan

... Schritte kann und darf man gehen,

Schritte führen uns zum Ziel,

ohne Schritte bleibst du stehen

und verpasst dabei so viel.

(Auszüge aus den Liedtexten)

19.2.07 19:43


Have a nice day

Das habe ich mir heute gesagt und mir einfach mal so ein paar Blümchen geschenkt.

Mir war so nach Gelb und Orange....

24.2.07 17:44


Den eigenen Wert erkennen

Letzte Woche war ich mit meinem Chef beim Anwalt in der Stadt und traditionsgemäß gehört es dazu, danach noch einen Kaffee trinken zu gehen. Mein Chef liebt so was aber er geht natürlich davon aus, dass dies dann keine Arbeitszeit mehr ist....

Na ja, ich tue ihm also den Gefallen und erwarte, dass sich die Gespräche ausschließlich um die Firma drehen werden, bestelle sogar Kuchen und trinke meinen Pfefferminztee....

Erstaunlicherweise entwickelt sich das Gespräch sehr persönlich und landet bei einer Thematik, die ich glaubte, mit diesem Chef niemals besprechen zu können. Mein Chef mag ja sein wie er will – er bezahlt seine Leute schlecht, er behandelt sie teilweise wie Leibeigene und hat für mich eigentlich keinerlei Führungspersönlichkeit, aber dieses persönliche Gespräch hat mich auf eine neue Denkweise gebracht, die ich so eigentlich nie sehen wollte. Sicherlich haben mir meine Freunde ähnliches auch schon oft gesagt, und doch ist es so, dass ich es nach diesem Nachmittag erstmals wirklich begriffen habe. Ähnlich wie mit dem Klick im Kopf beim Abnehmen hatte ich das Gefühl, auch jetzt endlich den Groschen fallen zu hören...

Komm zum Thema Irene – was redest du denn ständig drum herum????

O.K. – es ging darum, dass er zunächst ehrlich feststellte, wie sehr ich mich im Laufe des letzten Jahres verändert habe. Und obwohl ich für ihn damit viel unbequemer geworden bin, findet er meine Veränderung sehr positiv. Nicht nur meine Abnahme, sondern auch die Veränderung meiner Denkweisen und meines Verhaltens haben ihn positiv überrascht. Und ehe ich mich versehe, erzähle ich ihm, was im Moment noch mein größtes Problem an der ganzen Sache ist – nämlich meine finanzielle Abhängigkeit von meinem Dreibein. Ich hätte nie gedacht, dass ich gerade ihm von dieser Problematik erzähle, aber was soll’s – es war nun mal gesagt und sein Kommentar dazu für mich äußerst hilfreich.

Er meinte, das wäre vollkommen falsch, so zu denken, denn es wäre genau anders herum. Mein Dreibein wäre eher abhängig von mir und auch wenn ich viel weniger verdienen würde, könnte auch er ohne mich nicht richtig existieren. Ich solle mir mal vorstellen, wie es wäre, wenn mein Dreibein mal für einen Monat nicht da wäre – also zur Kur, im Krankenhaus oder sonst wo. Wie würde es zuhause laufen? Umgekehrt der Gedankengang, wenn ich für einen Monat mal nicht da wäre – was würde passieren, wie würde es dann daheim ablaufen?

Ich war sprachlos, denn niemals habe ich solche Gedankengänge durchgespielt. Insgeheim weiß ich schon, dass meine Dreibeine ohne mich immer recht hilflos sind, aber ich dachte, ich bräuchte für mein Selbstwertgefühl einfach nur mehr eigen verdientes Geld in der Tasche. Stattdessen leiste ich aber viel mehr in dieser Familie, im Prinzip bin ich die Familienmanagerin, werde halt nur nicht dafür bezahlt. Und mit diesem Managerposten an der Backe kann ich gar nicht zum Hauptverdiener werden, denn auch mein Tag hat nur 24 Stunden.

Dieses Gespräch hat den Ausschlag gegeben, mich meinen Wert seit langem mal wieder richtig spüren lassen. Und mir ist klar, dass ich ihn nicht daran festmachen kann, wie viel Geld ich zum Unternehmen Familie beisteuere, sondern welche Leistungen ich sonst noch dafür erbringe.

Natürlich wird mich diese Erkenntnis nicht davon abhalten, mich nach besser bezahlter Arbeit umzuschauen und daran zu arbeiten, beruflich etwas zu bewegen, aber ich laufe nicht mehr mit dem schlechten Gewissen darum, dass ich so wenig zum Familieneinkommen beitrage und ich diejenige bin, die letztlich dafür verantwortlich ist, dass die Familienfinanzen so schlecht aussehen.

Ich lerne, meinen Wert wieder zu erkennen, ich lerne, meine Stärken wieder zu entdecken, ich lerne, mich selbst wieder zu lieben. Zeitgleich mit der körperlichen Veränderung verändert sich auch meine Seele, verändert sich mein Leben. Und auch wenn ich manchmal denke, dass es mir zu langsam geht, muss ich geduldig sein und einen Schritt nach dem anderen machen. Aber ich bin immer noch auf dem Weg – und das ist doch das Entscheidende.
24.2.07 18:23


[erste Seite] [eine Seite zurück] s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung