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Das Alter

Noch immer versuche ich meine wirren Gedanken zu ordnen, doch mit jedem Tag bekomme ich mehr Klarheit.

Meine Gedanken gehen im Moment um drei Hauptthemen

Meine ureigenen Ängste, meine beruflichen Möglichkeiten und um das Alter und was es für mich bedeutet. Mit diesem Thema fange ich heute an.

Ich habe mich eigentlich nie großartig mit dem Älter werden beschäftigt. Ich dachte immer, ich hätte noch so viel Zeit und wollte mir meine jungen Jahre mit der Angst vorm älter werden nicht belasten.
Menschen, die 50 und älter waren, habe ich als alt empfunden und konnte mir schwer vorstellen, wie ein Leben in diesem Alter wohl verlaufen würde.

Jetzt bin ich selbst in diesem Alter und nun sind es die 80-jährigen, die für mich alt sind.
Ich habe keinerlei Vorstellung, wie mein Leben als so alte Frau wohl sein könnte, und ich habe regelrecht Angst davor, mal so alt zu werden.

Wenn wir meine Schwiegermutter im Krankenhaus besuchen, werden wir jedes Mal mit dem Alter, mit Krankheit, mit verlorenem Lebensmut konfrontiert. Vielleicht habe ich gerade deshalb diese Gedanken. Wenn ich mir diese alten Menschen ansehe, die krank sind, teilweise verwirrt, teilweise ans Bett gefesselt, und alle mehr oder weniger auf fremde Hilfe angewiesen, dann frage ich mich, was ist noch dran an so einem Leben?

Liegt es an unserer Gesellschaft, dass uns die Alten lästig, dass sie in Heime abgeschoben werden, weil wir zu beschäftigt sind, um uns um sie zu kümmern? Das Leben der Großfamilien ist vorbei – alte Menschen vereinsamen und werden deshalb viel eher körperlich und geistig krank. Und dann merken sie selbst, dass sie eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen sind und nur noch auf den Abruf warten.

Eine traurige Entwicklung, aber ich befürchte, dass sie nicht zu stoppen ist.

Was das mit mir zu tun hat? Ich werde doch gerade erst 50!
Aber diese Zahl ängstigt mich trotzdem. Und obwohl ich im Moment gesundheitlich super Werte aufweisen kann, obwohl ich durch meine 20 Kilo Gewichtsverlust besser aussehe und fitter bin als die ganzen letzten Jahre, kann ich nicht leugnen, dass ich 2/3 meines Lebens gelebt habe. Diese Jahre sind weg, und das letzte Drittel wird mir plötzlich so wertvoll wie noch nie.

Ich werde plötzlich anspruchsvoll – ich bewerte dieses letzte Drittel plötzlich ganz anders.
Ich weiß nicht, ob das jedem so geht, aber ich erkenne jetzt erst richtig den Wert, den dieses Leben für mich hat.

Das erste Drittel hat man so dahin gelebt. Man war jung, es war nicht wichtig, ob etwas lange oder kurz dauerte – man hatte alle Zeit der Welt. Alt war alles, was über 30 war, und man selbst hatte einfach genug mit sich und seinem eigenen Weltbild zu tun. Ein wenig schwerelos, ein wenig planlos, ein wenig ruhelos – das war diese Zeit.

Das zweite Drittel ging einfach so vorbei. Die Jahre gingen dahin, man hat Pläne verwirklicht, gearbeitet, größere und kleinere Katastrophen überlebt und dabei gar nicht richtig gemerkt, wie man immer mehr zu dem wurde, was man als junger Mensch als alt bezeichnet hat. Und irgendwann am Ende dieses zweiten Drittels schaut man in den Spiegel und sieht plötzlich all die Falten, die dieses Leben hinterlassen hat. Sieht die grauen Haare, die auch immer dünner werden, sieht die Haut, die nicht mehr so glatt ist, sieht einfach, dass das Leben Spuren hinterlassen hat – auf dem Körper, aber auch auf der Seele. Und man bekommt plötzlich Probleme mit dem Leben, fragt sich, ob das nun alles war, deckt lange verschüttete Ängste auf, und nicht wenige fallen auch in ein tiefes Depri-Loch.

Das sind die Ansprüche, die das Leben an uns stellt. Nur die, die jung sterben, bekommen von all dem nichts mit. Aber die verpassen eben nicht nur die Ängste und Nöte des Altwerdens, sondern auch Spannung, Lebensfreude, Glücklichsein.

Das Leben ist von Anfang an so angelegt – keiner lebt ewig, keiner bleibt ewig jung.
Und doch wünscht man es sich manchmal, vielleicht auch deshalb, weil man sich geistig einfach nicht alt fühlt. So geht es mir jedenfalls – ich fühle mich geistig so gut, dass ich keine Angst davor habe, noch etwas neues zu lernen. Ich will einfach nicht stehen bleiben, mich mit dem begnügen, was ich schon kann, sondern einfach meinen Wissenshorizont erweitern.

Aber davon schreibe ich morgen mehr...
27.5.07 22:30
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ellen (28.5.07 10:30)
Liebe Irene,
welch Freude, heute morgen wieder etwas von dir zu lesen. Der Anfang klingt ja ganz schön pessimistisch, wieso 2/3? Vielleicht ist es erst die Hälfte. Denk an meinen Herrn Pellmann, dem gehts gut mit 93. Und frag mal die 80 jährigen heute, wie die sich mit 50 gefühlt haben, das ist der Lauf des Lebens und ich finde jedes Alter hat seine guten Seiten, ich möchte keine 20 oder 30 mehr sein, ich bin stolz auf meine Lebenserfahrung. Und das mit dem Alter meistern wir so, wie wir unser ganzes Leben gemeistert haben.
Das Leben ist schön!
Heute freue ich mich, dass ich auch mit 3 Fingern schreiben kann und dass ich ein Buch halten kann und inzwischen auch, dass ich nicht arbeiten kann.
Ganz liebe Grüße, ich freu mich auf Mittwoch, hast du Lust um 19 Uhr ins Kino, den Doris Dörrie Film
es geht um essen und leben.
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