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Frauenfragen

Gestern hat mich überraschend eine liebe Bekannte besucht, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Unsere Jungs waren zusammen in der Schule bis zur 10. Klasse und wir haben seinerzeit viel zusammen unternommen. Die Jungs waren auch zeitweise befreundet gewesen und so hatte der Kontakt auch unter den Erwachsenen bestanden.

Ich habe mich gefreut, sie mal wieder zu sehen, und wenn Frauen ja einmal anfangen zu quatschen hören sie so schnell nicht wieder auf. Bei einer Flasche Sekt haben wir uns über Gott und die Welt ausgelassen, aber das zentrale Thema war dann doch schnell gefunden:

Wie geht es uns Frauen, wenn die Kinder (fast) groß sind, wenn wir nicht mehr in erster Linie Mutter sind, sondern wieder Frau, wie kommen wir mit dem Gedanken klar, dass wir recht bald wieder ein Paar mit unserem Dreibein bilden – nicht mehr überwiegend als Eltern fungieren, sondern die Partnerschaft neu erleben werden…

Bereits in der Therapie hat mich meine Therapeutin darauf hingewiesen, dass wir uns darauf jetzt schon vorbereiten müssen, da gerade dann viele Partnerschaften in die Krise geraten und ich erlebe dieses Phänomen immer wieder, wenn ich mit Frauen ins Gespräch komme, die in etwa in meinem Alter sind.

Es sind die Frauen, die sich die Gedanken machen, es sind die Frauen, denen Missstände zuerst auffallen, es sind die Frauen, die die Beziehung hinterfragen, die nach Veränderung streben, wenn sie etwas nicht mehr in Ordnung finden…

Die meisten Dreibeine sind da sehr bequem – solange nur alles rund läuft sind sie zufrieden, sie haben selten Lust, sich zu verändern – war es doch die letzten 20 oder 25 Jahre alles so schön – eben weil die Frau sich um die wesentlichen Dinge gekümmert hat und sie sich im Prinzip nicht wirklich großartig anstrengen mussten.

Wenn ich von mir ausgehe, dann haben Frauen sehr oft den Wunsch, möglichst alles haben zu wollen. Sie wollen einen Beruf, sie wollen ein Dreibein an ihrer Seite, wollen Kinder, eventuell gar ein Haus – kurz, sie wollen einfach alles – das volle Programm!
Und da die meisten „multitaskingfähig“ sind, schaffen sie es auch, auch wenn es in den meisten Fällen zu Lasten ihrer beruflichen Karriere geht.

Für Männer ist das ganze viel einfacher – die lernen einen Beruf, holen sich ein Weib an ihre Seite, gründen eine Familie und bauen eventuell sogar ein Haus. Und wenn’s im Job gut läuft und sie nicht durch Arbeitsverlust in die Krise stürzen, haben sie auf Jahre gesehen ein einfach strukturiertes Leben. Sie arbeiten, bringen das Geld heim und sind froh, dass sich das Weib neben ihrem Halbtagsjob um den ganzen Kinderkram, Kindergarten, Schule usw. kümmert. Klar geht er mal mit zum Elternabend oder Klassenausflug – aber das ist nicht sein ganzer Lebensinhalt.

Und was tun wir Frauen?
Spätestens nach dem ersten Kind suchen wir uns einen Halbtagsjob, um während der gewonnen Zeit fürs Kind bzw. den Haushalt dazusein. Wir haben uns ja für Kinder und Familie entschieden – also Karriere adé – wir schaffen das schon! Und weil wir ja „nur“ halbtags arbeiten, schaffen wir den Haushalt mit links und die Kinderbetreuung sowieso – wir wollten ja schließlich Kinder!

Und dann kommt der Tag – da sind die Kinder groß – brauchen nicht mehr unsere volle Aufmerksamkeit – und da beginnt die Zeit des Nachdenkens, des Reflektierens.
Wir stellen fest, dass wir sehr kritisch geworden sind, was die Dreibeine betrifft, wir sind plötzlich nicht mehr zufrieden mit einem Dreibein, dass sich eigentlich nicht anders verhält als die letzten 20 Jahre. Wir sehen es plötzlich mit kritischen Augen und streben plötzlich nach Veränderung.

Mein Dreibein hat mich nicht umsonst letztes Jahr zu Beginn meines Abnehmprojekts eine „Unruhestifterin“ genannt. Er hatte ja recht – ich habe Unruhe gebracht in diese eingefahrenen Strukturen – ich wollte Veränderung, und weil ich die von meinen Dreibeinen unmöglich erwarten konnte, habe ich mich eben verändert.

Ich will nicht behaupten, dass wirklich alle Dreibeine so sind – aber ich habe schon mit sehr vielen Frauen meines Alters gesprochen und die Problematik ist immer ähnlich.
Ich denke, entscheidend ist, wie Frau mit dieser Erkenntnis umgeht, was sie aus ihren Beobachtungen und Kritikpunkten macht. Ich glaube, auf eine plötzliche Veränderung des Dreibeins zu hoffen kann Frau vergessen – wenn sie nicht selbst aktiv wird, wird gar nichts passieren. Und so ist sie letztlich wieder dort, wo sie schon am Anfang war!

So langsam wird mir klar, warum mein Dreibein mir in meiner antriebsarmen und bewegungslosen Zeit nicht einfach öfter mal bildlich in den Hintern getreten hat. Es war wohl einfach bequemer, eine passive Frau um sich zu haben als eine, die plötzlich an allem und jedem etwas zu meckern hat und die 20-jährige Ruhe stört.

Aber, meine lieben Dreibeine im Haushalt von Irene – das mit der Passivität ist vorbei, euer Irensche wird für euch unbequem – aber seht es als Chance zu Veränderung, die man gerade auch in der Lebensmitte dringend braucht. Und die Wahl ist ganz einfach – entweder ihr lebt mit ihr oder eben ohne sie! Wenn ihr schlau seid, trefft ihr die richtige Entscheidung!
24.1.07 21:10
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


chrissy (24.1.07 22:43)
uuupsaaalaaa mein Irensche, ich staune
weißte meine Süße, im Grunde sind die Dreibeine nur so gut wie die Frauen an ihrer Seite.
Die meisten Dreibeine sind schwach, ängstlich, bequem, lavieren sich irgentwie so durchs Leben und durch evtl.Verantwortung, wie solche Dreibeine Frauen erobern / Kriege gewinnen konnten, ist mir immer wieder ein Rätsel.
Nach außen hin der oftmals Stärke, oder dummes Matchogehabe, im Grunde wollen alle Dreibeine geführt werden, eine starke Frau führt beizeiten in die richtige Richtung, lässt den Dreibein net in die alltägliche Kneipen-Family-Job-Couch-Lethargie fallen. Männer sind ja sooo leicht zu schieben ...

Wenn die "Heimchen am Herd " erst wach werden wenn die Kinder aus dem Haus sind, und dann auf einmal denken, nun sollten sie nachholen was sie verpassten, weil´s sie ja vorher auch gerne versäumten, sie waren ja Frau und Mutter....dann mein irensche kommen die Probleme, dann werden oftmals die Partnerschaften aufgelöst, weil dann viele Dreibeine nimmer zu leiten sind, sie sind total festgefahren in ihrem Trott und ihrer Gedankenwelt, dann kommt Panik auf, Unverständnis...

............Andererseits wünschen Dreibeine sich eine sexy-erotisch-leidenschaftliche Frau UND Mutter, keinen Kochtopf, deren Gedanken sich nur ums Mittagessen und den Kinderhort dreht.....sind dann aber zu feige ihrer Partnerin auch mal in den Poppo zu treten, damit sie wach wird...auch das ist oftmals ein Grund für das Ende einer Beziehung..

meine Güte, habsch nuh einen Roman geschrieben, war net meine Absicht ..
denke an dich Liebes

hab einen schönen Abend
Chrissy


Irene / Website (25.1.07 12:31)
Chrissy Schatz - danke für den Roman - freu mich immer über deine Kommentare, die sind immer sehr treffend und anregend

Denke auch an dich
Irene

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